Einfach entspannter trauen – Checkliste für die standesamtliche Hochzeit

Ist der Heiratsantrag erfolgreich gewesen und zwei sich liebende Menschen haben sich das „Ja-Wort“ gegeben, dann herrscht meistens erst einmal Chaos im Kopf, die Freude ist groß, Gedanken überschlagen sich und man würde am liebsten die komplette Organisation der Hochzeit an einem einzigen Tag über die Bühne bringen. Funktioniert natürlich nicht, klar. Aber um die Trauung so entspannt wie möglich zu gestalten, ist eine gute Vorbereitung das A und O. Die wichtigsten Informationen und erfahrungsgemäß meistgesuchten nach dem Hochzeitsentschluss drehen sich rund um das Standesamt, denn hier wird die Ehe rechtskräftig besiegelt. Was für Dokumente braucht man dafür? Wann und wo kann man sich anmelden? Antworten finden Sie in der Checkliste für die standesamtliche Hochzeit.

Schritt 1: Termin frühzeitig festlegen

Die Festlegung eines Termins für die Trauung auf dem Standesamt klingt selbstverständlich, denn ohne Termin findet natürlich auch keine Hochzeit statt. Allerdings liegt die Betonung hierbei wirklich auf „frühzeitig“, denn eine Spontanhochzeit, wie man sie aus dem Kino oder aus anderen Ländern kennt, ist in Deutschland nicht möglich. Im Gegenteil kann eine Anmeldung zur standesamtlichen Vermählung sechs Monate vor dem eigentlichen Hochzeitstag erfolgen.

Tipp: Viele Standesämter nehmen Reservierungen für Wunschtermin schon vor der offiziellen Anmeldefrist entgegen. Hochzeitstermine an besonderen Tagen oder mit Schnapszahlen im Datum sind in der Regel um ein vielfaches überbucht. Je früher Sie sich um den Termin bemühen, desto besser.

Schritt 2: Anmeldung zur Hochzeit (ehemals: Aufgebot bestellen)

Früher war die Bestellung des Aufgebots verbindlich für alle Brautpaare, das heißt, der anvisierte Termin für die Trauung wurde öffentlich mitsamt Namen beim Standesamt ausgehängt. Bis heute ist dieses klassische Aufgebot einer schlichten „Anmeldung zur Hochzeit“ gewichen, die je nach Wunsch des Brautpaares auch geheim in trauter Zweisamkeit vorgenommen werden kann. Die Eheschließung kann in jedem beliebigen Standesamt innerhalb der Bundesrepublik Deutschland vollzogen werden, aber Achtung: Die Anmeldung zur Hochzeit muss zwingend im örtlichen Standesamt eines Partners vorgenommen werden, also entweder am Wohnort der Frau oder an dem des Mannes.

Tipp: Wählen Sie ein Standesamt für die Trauung in einem anderen als Ihrem Wohnort, so findet der Austausch von offiziellen Daten unter den beiden Standesämtern statt. Um den Termin müssen Sie sich allerdings selbst kümmern. Vor allem beliebte Standesämter in Schlössern oder besonderen Landschaften sind monatelang für Trauungen ausgebucht.

Schritt 3: Offizielle Dokumente vorbereiten

Auch wenn es sich bei der Anmeldung für die standesamtliche Hochzeit nüchtern betrachtet um einen Behördengang wie jeden anderen handelt, ist er sowohl für die Antragsteller als auch für die Beamten ein freudiger Anlass, weshalb die Atmosphäre im Normalfall entsprechend gelöst sein wird. Daneben sind die Standesbeamten bei Fragen im Voraus per E-Mail oder Telefon immer hilfsbereit, was den Ablauf oder die benötigten Dokumente für die Anmeldung zur standesamtlichen Trauung betrifft. Grundsätzlich sind folgende Papiere zur Anmeldung mitzubringen:

  • gültigen Personalausweis oder Reisepass
  • aktuelle Aufenthalts- bzw. Meldebescheinigung
  • beglaubigte Abschrift des Geburtseintrags

Ist ein zukünftiger Ehepartner kein deutscher Staatsbürger, bereits geschieden oder Minderjährig, so kann sich die Anzahl der benötigten Dokumente deutlich erhöhen. Sollten Sie sich nicht sicher sein, welche Papiere Sie genau vorweisen müssen, dann gibt Ihnen der zuständige Standesbeamte vor Ihrem Termin gerne Auskunft oder stellt Ihnen einen persönlichen Merkzettel zusammen. Unter bestimmten Voraussetzungen kommen noch folgende Dokumente für die Anmeldung zur standesamtlichen Hochzeit hinzu, zum Beispiel:

  • Einbürgerungsurkunde bei zugewanderten Bürgern
  • Aufenthaltsbescheinigung (sofern vorhanden)
  • Ehefähigkeitszeugnis bei Ausländern bzw. bei zwei Staatsangehörigkeiten
  • Scheidungsurkunde bei vorheriger Ehe
  • Sterbeurkunde des vorherigen Ehepartners
  • Geburtsurkunden von Kindern und Sorgerechtsregelungen
  • bei Minderjährigen: Befreiung vom Erfordernis der Ehemündigkeit (kann beim zuständigen Familiengericht Ihres Wohnortes beantragt werden)

Tipp: Den Termin für den Antrag der Eheschließung beim Standesamt sollten Sie deutlich vor der Frist von sechs Monaten zumindest anfragen. Während weniger beschäftigte Standesämter relativ zügig Ihre Termine vergeben, kann bei ausgelasteten Ämtern vor allem in Großstädten durchaus ein paar Monate Wartezeit entstehen.

Schritt 4: Zeremonie mit dem Standesbeamten besprechen

Neben den Formalitäten wird im Gespräch mit dem zuständigen Standesbeamten der Ablauf der Trauung besprochen. Denn was hierbei möglich ist oder nicht, hängt zum einen vom Standesamt ab, zum anderen vom Beamten selbst. Klären Sie daher alle organisatorischen und feierlichen Aspekte mit dem Standesbeamten, der oder die Sie später auch trauen wird. Im Folgenden ein paar Beispiele:

  • Wie wird der Ablauf im Einzelnen aussehen?
  • Können Sie die Musik für die Trauung selbst auswählen und zur Verfügung stellen?
  • Wie viele Gäste sind im Trauzimmer zugelassen?
  • Ist das Fotografieren bzw. ein professioneller Fotograf während der Trauung erlaubt?
  • Darf im Vorfeld ein Sektempfang im oder am Standesamt stattfinden?

Tipp: Sollten Sie Ihr Stammbuch nicht beim Standesamt direkt erwerben wollen, denken Sie daran, rechtzeitig ein eigenes zu kaufen und dem Standesbeamten zu übergeben.

Schritt 5: Letzte Hochzeitsvorbereitungen treffen

Ist aus amtlicher Sicht alles für die standesamtliche Hochzeit geregelt, dann wird es Zeit, sich um den großen Rest zu kümmern, wie den Kauf eines Brautkleides, das Aussuchen von Trauringen und Brautaccessoires, das Zusammenstellen des Hochzeitsmenüs oder dem Versand der Einladungen. Besonders bei der Örtlichkeit für die Hochzeitsfeier buchen viele Brautpaare Ihre Wunschräume schon lange bevor der Trauungstermin im Standesamt feststeht. Das ist natürlich riskant, falls der Wunschtermin von amtlicher Seite aus nicht bestätigt werden kann. Andererseits sind ausgefallene Orte zum Feiern oder Restaurants für ein bestimmtes Datum auf Monate oder gar Jahre hin ausgebucht. Hier gilt es also abzuwägen, was im Falle eine Falles besser zu verschmerzen ist: Die standesamtliche Trauung an einem anderen Tag als die Feier zu begehen oder bei später Buchung eventuell auf die Hochzeitsfeier am „Traumort“ zu verzichten und eine Alternative zu suchen. Die übrigen Vorbereitungen für den Hochzeitstag hängen dann von Ihrer geplanten Feier ab. Wer klassisch und traditionell plant, für den sollte folgende zusätzliche Checkliste für die standesamtliche Hochzeit noch nützlich sein:

  • Trauzeugen suchen
  • Brautjungfern suchen und gegebenenfalls Kleiderordnung bestimmen
  • Gästeliste anfertigen
  • Essen und Trinken beim Standesamt organisieren (z.B. Sektempfang im Hof usw.)
  • Musik aussuchen oder Musiker engagieren
  • Fotograf bestellen
  • Hochzeitsreise für die Flitterwochen buchen (und rechtzeitig die Koffer packen)
  • Brautkleid aussuchen und rechtzeitig ändern lassen
  • Brautaccessoires aussuchen
  • Trauringe auswählen und gravieren lassen
  • Brautfrisur und Make-up wählen und frühzeitig testen
  • Fahrgelegenheit organisieren

Tipp: Zeigt Ihr Brautkleid viel Bein, dann packen Sie in Ihre Brauttasche unbedingt eine Ersatzstrumpfhose – diese ist leicht und braucht nicht viel Platz, ist aber Gold wert, falls Sie sich vor der Trauung eine Laufmasche einfangen.

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